Odorrana lipuensis   Pham The Cuong

Lipu Odorous Frog

Bestandserfassung und Schutzmaßnahmen zum Erhalt von Odorrana Arten in Vietnam

Das Projekt „Population assessment and conservation needs to safeguard the endangered limestone karst-restricted odorous frogs (Odorrana lipuensis and O. mutschmanni) in Vietnam" widmet sich dem Populationsstatus und den Schutzbedürfnissen zweier auf Kalkkarst spezialisierter Froscharten in Nordvietnam. Odorrana lipuensis (IUCN Vulnerable) und O. mutschmanni (Vietnam Red Data Book Endangered) leben ausschließlich in Karsthöhlen und angrenzenden Wäldern der Provinzen Cao Bang und Thai Nguyen. Beide Arten sind durch forstwirtschaftliche Nutzung, Kalksteinabbau und lokale Wildtiernutzung gefährdet.

Dr. Pham The Cuong und sein Team vom Institute of Biology (VAST) führen von Januar bis Dezember 2026 zwei Feldkampagnen durch – jeweils in Trocken- und Regenzeit. Mit standardisierten Transekten erfassen sie Populationsdichten (ind./km, ind./km²), Geschlechtsverhältnisse und Verbreitung. Für jedes gefundene Individuum protokollieren sie Mikrohabitatdaten: Ruhesitzhöhe, Substrattyp, Vegetationsbedeckung, Höhenlage sowie Luftfeuchtigkeit und Temperaturen (Luft, Substrat, Körper). Ergänzt wird dies durch diätökologische Untersuchungen: Eine nicht-invasive Magenausspülung liefert Beutetiere, die morphologisch identifiziert und nach ihrem ökologischen Importance Index bewertet werden.

Die Bedrohungssituation klären Interviews mit lokalen Jägern, Händlern und Forstpersonal sowie direkte Beobachtungen. So wird der Einfluss von Holzernte, Lebensraumdegradation und Wildtierhandel auf die Populationen quantifiziert. Die Daten fließen in Neubewertungen für IUCN Red List und Vietnam Red Data Book ein und bilden die Grundlage für konkrete Schutzmaßnahmen.

Neben der Forschung steht die lokale Kapazitätsstärkung im Vordergrund: Forstaufseher und junge Wissenschaftler lernen Transektenmethodik, Artenerkennung und Bedrohungsbewertung. Durch die Einbindung lokaler Akteure entstehen nachhaltige Monitoring-Netzwerke. Der Kölner Zoo unterstützt mit methodischer Expertise und Datenanalyse.

Fünf Projektziele strukturieren die Arbeit: Populationsstatus, Mikrohabitatpräferenzen, Ernährungsökologie, Bedrohungsfaktoren und Schutzempfehlungen. GPS-Koordinaten, morphometrische Messungen, Mageninhaltsanalysen und Interviewprotokolle dienen der Verifikation. Die Ergebnisse erscheinen in Fachzeitschriften; Managementvorschläge gehen an Provinzbehörden und Schutzgebiete.

Das Projekt schafft quantitative Grundlagen für den Karstschutz und sichert die endemische Amphibienfauna Nordvietnams.