Titicaca-Riesenfrosch

Region: Titicacasee (Peru, Bolivien)

Video vom Projekt:

Projektpartner: Asociación Armonía,  Bolivian Amphibian Initiative

Mit der finanziellen Unterstützung von  Thrigby Conservation Fund, Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf

Projektstatus Wir freuen uns auf Ihre Spenden.

Titelfoto:© Maik Dobiey

Der Frosch mit der übergroßen Jacke

Es sieht ein bisschen so aus, als habe der Titicaca-Riesenfrosch (Telmatobius culeus) eine zu große Jacke an. Seine Haut wirft viele Falten und vergrößert dadurch seine Oberfläche. Das ist für ihn wichtig, da er wie andere Amphibien auch über seine Haut Sauerstoff aufnehmen kann. Denn Sauerstoff ist in seinem Lebensraum, dem Titicacasee in den Anden von Bolivien und Peru, knapp.

Der Titicaca-Riesenfrosch verbringt sein gesamtes Leben im Wasser und gilt als die am stärksten gefährdete Amphibienart Boliviens. Gefahr für ihn geht vor allem vom Menschen aus, der seinen Lebensraum ausbeutet und zerstört. Seit nunmehr drei Generationen hat sich die Populationsgröße des Frosches um 80 Prozent verringert. Wenn Bedrohungen wie Bejagung, Verenden als Beifang in Fischernetzen und Wasserverschmutzung nicht drastisch unterbunden werden, steht es um den Riesen schlecht.

Seit 2008 fördert die Stiftung Artenschutz Maßnahmen zum Schutz und Erhalt des Titicaca-Riesenfrosches.  Eine erste Pilotstudie der ‚Asociación Armonía - BirdLife International’ untersuchte die diversen Ursachen für den Rückgang der Art. Bei der Studie wurde das Ausmaß der gefangenen und getöteten Tiere ermittelt und die wichtigsten Laichplätze der Frösche ausfindig gemacht, um gezielte Schutzmaßnahmen einzuleiten. Nicht zuletzt sollte die Ausbreitung des für Amphibien tödlichen Chytridpilzes beobachtet werden, der seit 2011 auch in dem weit abgelegenen Titicacasee nachgewiesen wurde. Es folgte ein Schutzprojekt, das ein Monitoring-Programm, Umweltbildungsmaßnahmen für die lokalen Gemeinden und die Unterstützung eines Zuchtprogramms für den Titicaca-Riesenfrosch beinhaltete. 

Anfang 2015 gab es ein besonders besorgniserregendes Massensterben auf der bolivianischen Seite des Titicacasees, das sich auf einer Fläche von über 500 km² erstreckte.

Unter der Leitung von Arturo Munoz wurde über die ‚Bolivian Amphibian Initiative’ ein Notfallprojekt gestartet, das sowohl in-situ als auch ex-situ-Schutzmaßnahmen beinhaltet und maßgeblich durch die Stiftung Artenschutz unterstützt wird.