Perrier-Sifaka

Region: Madagaskar

Projektstatus Dieses Projekt ist abgeschlossen und benötigt keine Finanzierung

Titelfoto: © Mario Perschke

 Überleben im Land der Kobolde

Die Insel Madagaskar ist bekannt für ihren Reichtum an Tierarten, die nur hier vorkommen. Zu diesen Arten gehört der Perrier-Sifaka oder Schwarzer Sifaka (Propithecus perrieri), eine der am stärksten gefährdeten Primatenarten der Erde.

 

Die Gesamtpopulation des Perier-Sifakas beträgt nur wenige Hundert Tiere. Das brachte dem Lemuren einen Platz auf den oberen Rängen der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) ein. Der Perrier-Sifaka ist vor allem durch die Zerstörung seines Lebensraums, der Trockenwälder im Norden Madagaskars, gefährdet. Die heute in kleine Teilpopulationen zersplitterten Gruppen leben ohne Verbindung zueinander in weitläufig verteilten Gebieten. Dadurch ist die Möglichkeit der Fortpflanzung stark einschränkt. Darüber hinaus geht man davon aus, dass gut ein Viertel der Tiere in Gebieten ohne Schutzstatus leben und so einer größeren Gefahr durch Wilderer ausgesetzt sind.

 Im März 2006 wurde das Projekt zum Schutz und zur Erforschung des Perrier-Sifaka mit der Gala "La nuit du Sifaka" im Ozeanographischen Museum von Monaco gestartet. Der Schirmherr des Projektes, Prinz Albert II. von Monaco, und andere prominente Persönlichkeiten wohnten der Veranstaltung bei und bezeugten damit die Bedeutung des Projektes.

Eines der Hauptziele des Schutzprogramms ist es, alle aktuellen Lebensräume des Perrier-Sifakas unter effektiven Schutz zu stellen. Das Projekt arbeitet zum einen die Schutzgebietsplanung für die madagassische Regierung aus und setzt sie um. Zum anderen sensibilisiert es die ansässige Bevölkerung für den Arten- und Umweltschutz.

Um das Überleben des Perrier-Sifakas langfristig zu sichern, wird der Schutz des Lebensraums mit der Verbesserung der Lebensbedingungen der heimischen Bevölkerung verknüpft. Je mehr Arbeitsplätze direkt an das Wohlergehen der Perrier-Sifakas gekoppelt sind, desto größer ist auch der Anreiz, die Tiere zu schützen.
Wiederaufforstungen mit fruchttragenden Bäumen sollen außerdem Korridore schaffen, um die isolierten Sifaka-Populationen zusammenführen. Neben den unmittelbaren Schutzmaßnahmen werden auch Studien über die Futtergewohnheiten der Tiere zum langfristigen Aktionsplan gehören. Dazu wird eine Forschungsstation errichtet, die als Basis aller Artenschutzaktivitäten dienen soll. Von dort aus werden auch andere Schutzprogramme in der nördlichen Region Madagaskars betreut werden.

Das Projekt wird mit Hilfe zahlreicher Partner umgesetzt: Neben der Stiftung Artenschutz, der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) und dem Allwetterzoo Münster unterstützen das Fürstentum Monaco, der Zoo Mulhouse (Frankreich), Conservation International / Margot Marsh Foundation (USA), Fanamby (Madagaskar) sowie private Spender die Schutzmaßnahmen in Madagaskar. Die Stiftung Act for Nature übernimmt die Koordination des Schutzprojektes in Zusammenarbeit mit der Groupe d'Etude et de Recherche des Primates de Madagascar (GERP).