Schutzgebiet Juma

Region: Brasilien

Projektpartner: Hiléia

Projektstatus Dieses Projekt ist abgeschlossen und benötigt keine Finanzierung

Titelfoto: © Eije Pabst

Rio Aripuanã

Die Region des Rio Aripuanã im Zentralen Amazonasbecken beherbergt eine artenreiche Tier-und Pflanzenwelt, darunter mehrere wissenschaftlich noch nicht beschriebene Großsäugerarten. 2006 förderte die Stiftung Artenschutz über die in Manaus ansässige brasilianische Organisation Hiléia Expeditionen zur Erforschung der unbekannten Spezies in diesem einzigartigen Habitat.

 

Die Landesregierung des Bundesstaates Amazonas hat am 21. Juni 2006 einen Teil der Region als „Areal Nachhaltiger Nutzung“ (RDS) ausgewiesen. Das neue Schutzgebiet heißt „Juma“ — benannt nach einem rechten Nebenfluss des Rio Aripuanã, der in Santa Eliseia einmündet — und umfasst 589.611 Hektar. Ein Teil des Gebietes wird unter kompletten Schutz gestellt. Der traditionell ansässigen lokalen Bevölkerung bleibt die kontrollierte Nutzung der natürlichen Ressourcen erlaubt, jedoch wird dem Zuzug weiterer Bewohner und der kommerziellen Agrarwirtschaft Einhalt geboten.

Damit das neugeschaffene Reservat nicht nur auf dem Papier Bestand hat, müssen nun, im Rahmen eines Folgeprojektes, die bisherigen Schutzbemühungen intensiviert werden. Die Zugänge zum Reservat bedürfen einer strengen Überwachung zum Schutz vor illegaler Holzfällerei. Die Menschen, die im Schutzgebiet leben, werden Schritt für Schritt an alternative, umweltschonende Einkommensquellen herangeführt. Derzeit haben die ortsansässigen Menschen, die in sehr einfachen Verhältnissen leben, nur die Möglichkeit, durch Holzverkauf und durch Jagd ihre Einkommenssituation aufzubessern. Hierfür müssen Alternativen geschaffen werden. Ökologischer Tourismus und nachhaltige Nutzung des Regenwaldes bieten sich an.  
 
Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, bei der Auswahl des Gebietes, das unter Vollschutz gestellt wird, die ökologische Einzigartigkeit des besonders artenreichen Kerngebiets am Rio Aripuanã zu berücksichtigen. Dies erfordert die Unterstützung sowohl der lokalen Bevölkerung, als auch der örtlichen Umweltbehörden.


Die Stiftung Artenschutz unterstützt Hiléia bei der Durchführung folgender Maßnahmen:

 - Verankerung eines Schwimmpontons auf dem Rio Aripuanã: Der Ponton dient der Schutzgebietssicherung, soll in Zukunft aber auch der Ausbildung von Wildhütern und der Fortbildung der lokalen Bevölkerung in alternativen, nachhaltigen und naturverträglichen Ökonomien dienen.

 - Ausbildung von freiwilligen, einheimischen Waldwächtern.

 - Durchführung von Kursen für die einheimische Bevölkerung:

  • zur Einführung von Bienenzucht als alternative Einkommensmöglichkeit
  • zur Einführung von Permakultur im Sinne einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Nutzung der Ressourcen und des Bodens, die Brandrodung unnötig machen

    Die Finanzierung des Amazonasprojektes erfolgt mit Unterstützung der Schellenberg Stiftung. Wir bedanken uns herzlich für die gute Zusammenarbeit.