Goldkopflangur

Region: Vietnam

Projektträger: Allwetterzoo Münster, ZGAP

 

Projektstatus Dieses Projekt läuft und kann finanziert werden.

Titelfoto:© Jörg Adler

Die Affen mit dem goldenen Schopf

Den traurigen Rekord als eine der am stärksten bedrohten Primatenarten auf der Welt hält der Goldkopflangur (Trachypithecus poliocephalus). Diese Affenart kommt nur auf dem Archipel Cat Ba in der als Weltnaturerbe bekannten Halong-Bucht in Nordvietnam vor. Ein Großteil der Hauptinsel sowie vorgelagerte kleinere Inseln wurden 1986 als Nationalpark ausgewiesen; dies konnte jedoch nicht verhindern, dass sich der Bestand der Affen weiter reduzierte. Zwischen 1960 und 2000 sank die Zahl der Goldkopflanguren von ungefähr 2000-2500 Tiere auf nur noch 53 Individuen — ein dramatischer Rückgang um 98 Prozent in 40 Jahren.

Gefährdungsursachen

Hauptursache für die Bestandsabnahme ist Wilderei neben der land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsintensivierung im Lebensraum der Tiere. Durch die Abholzung von Mangrovenwäldern, um Platz für die Garnelenzucht zu schaffen, sind einige Langurengruppen auf einzelnen Inseln isoliert worden. Manche dieser Gruppen bestehen ausschließlich aus weiblichen Tieren, die somit nicht zur Reproduktion beitragen können. Nicht nur das Geschlechterverhältnis, sondern auch die gesamte Sozialstruktur werden durch die Fragmentierung der Population beeinträchtigt.

Das Schutzprojekt

Im November 2000 startete auf der Insel Cat Ba das Goldkopflanguren-Schutzprojekt. Die deutsche Biologin Dr. Roswitha Stenke leitete viele Jahre als Projektmanagerin die Arbeit vor Ort. Von Juli 2008 bis April 2011 war die Tierärztin Daniela Schrudde für die Leitung des Projektes verantwortlich, im Anschluss der Amerikaner Rick Passaro, und seit März 2014 leitet der Amerikaner Neahga Leonard das Projekt. 
Die wichtigsten Bestandteile der Arbeit sind:
 
•    Unmittelbarer Schutz der verbliebenen Tiere und Sicherung ihres Lebensraums;
•    Ermöglichen einer natürlichen Sozialstruktur innerhalb der Affengruppen;
•    Schutz und Erforschung der Artenvielfalt auf Cat Ba;
•    Entwicklung von Naturschutzkapazitäten im Nationalpark 

Unsere Erfolge

Zahlreiche Erfolge konnten bislang verzeichnet werden. Bereits im ersten Projektjahr wurde im Inneren des Nationalparks ein strikt geschütztes Gebiet errichtet. Dieses sogenannte „Langur Sanctuary“ beheimatet die größte reproduzierende Langurengruppe und ist nicht öffentlich zugänglich. Nach dem Bau zweier Ranger-Stationen wachen nun 20 Ranger über dieses Gebiet. Langurengruppen außerhalb dieses Gebietes werden von einheimischen „Languren-Wachen“ geschützt. Sie leisten Aufklärungsarbeit in der lokalen Bevölkerung und sind befugt, Personen aus dem Gebiet zu verweisen und Waffen zu beschlagnahmen.

In Zusammenarbeit mit der lokalen Forstbehörde sind in den Langurengrenzgebieten und den Hauptdörfern auf der Insel „Waldschutz-Gruppen“ eingerichtet worden. Diese bestehen ebenfalls aus Einheimischen, die Patrouillen durchführen und ihre Dorfgemeinschaften bezüglich Naturschutzfragen aufklären. Sie sorgen so für die Sicherung von ausreichendem Lebensraum, um ein Anwachsen der Langurenpopulation zu ermöglichen.

Ein erheblicher Teil der Aktivitäten des Projektes richtet sich auf die direkte Unterstützung des Nationalparks als Hauptinstanz in Sachen Arten- und Naturschutz. Hilfeleistungen umfassen unter anderem das Bereitstellen von dringend benötigter technischer Ausrüstung für Ranger, die Beratung bzgl. Nationalpark- und Personalmanagement, Beistand in allen Belangen der Naturschutzmaßnahmen innerhalb des Parks und darüber hinaus Aus- und Weiterbildung von Parkmitarbeitern.

Dank der Überwachung des Gebietes ist die illegale Jagd auf die Affen beendet worden. Seit Beginn des Projektes hat sich der Bestand der Languren erhöht. Damit ist der Goldkopflangur die einzige Primatenart Vietnams, deren Bestandszahlen im natürlichen Lebensraum zunehmen.

Ein weiterer Meilenstein im Schutz der Primaten konnte im Jahr 2006 mit der Erweiterung des Nationalparks erreicht werden. Seitdem befinden sich alle Langurengruppen innerhalb des Nationalparks.

Die zukünftige Hauptaufgabe des Projektes bleibt der Schutz der verbliebenen Tiere und ihres Lebensraumes. Um den Tieren eine natürliche Sozialstruktur zu ermöglichen und der Fragmentierung der Populationen entgegenzuwirken, erfolgte Ende 2012 die erste Umsiedlung von zwei Weibchen in das "Langur-Sanctuary". Schon nach kurzer Zeit wurden die beiden zusammen mit anderen Languren gesichtet.

 

Das Projekt erhielt finanzielle Unterstützung durch Langnese, Gemeinschaft Deutscher Zooförderer (GDZ), Apenheul Primate Conservation Trust.


Weitere Informationen finden Sie hier!