Angler helfen Amphibien

Region: Deutschland

Projektpartner: Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz (ARA) e. V.

Projektstatus Dieses Projekt ist abgeschlossen und benötigt keine Finanzierung

Titelfoto:© Axel Gebauer

 

Die Vereinten Nationen riefen 2010 das Jahr der Biologischen Vielfalt aus. Dies nahm die Stiftung Artenschutz zum Anlass das Projekt » Amphibienschutz am Angelgewässer « zu unterstützen. Nachdem bereits 2008 im » Year of the Frog « die Initiative » Sei kein Frosch – Hilf uns! « zum Schutz von Amphibien entstand, setzte das neue Projekt darauf, eine weitere Zielgruppe für den Amphibienschutz vor der eigenen Haustür zu gewinnen: die Angler.

 

Die meisten Gewässer in Nordrhein-Westfalen befinden sich in Pacht oder Besitz von Anglervereinen. Naturschutz wird in vielen dieser Vereine großgeschrieben. Das Projekt "Amphibienschutz am Angelgewässer" sieht genau hierin eine Chance für den Schutz von Kröte, Frosch und Co.

Und Unterstützung haben diese Tiere bitter nötig: Von den etwa 6800 weltweit bekannten Amphibienarten sind ein Drittel vom Aussterben bedroht, womit Amphibien die am stärksten gefährdete Tierklasse sind. Auch in Deutschland sind von den 21 hier heimischen Arten die meisten bedroht. Selbst noch nicht gefährdete Arten treten in sehr viel geringerer Bestandsdichte auf als noch vor 25 Jahren. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Der Lebensraumverlust ist als Hauptfaktor zu nennen. Kleingewässer, die ehemals überall zu finden waren, verschwanden durch Flurbereinigungen. Straßengräben wurden nach und nach verrohrt. Auch die Zerschneidung der Lebensräume durch Straßen bedroht ganze Populationen. Die moderne Landwirtschaft mit ihren Gefahrstoffen wie Gülle, Mineraldünger und Bioziden gibt den Amphibienbeständen oft den Rest. Es ist also höchste Zeit zu handeln!

Hauptaugenmerk des Projekts liegt in der Strukturverbesserung von Angelgewässern.

Fast alle stehenden Gewässer Nordrhein-Westfalens sind nicht natürlichen Ursprungs. Entweder entstanden sie durch den Stau eines Fließgewässers oder durch Abgrabungstätigkeiten von Sand und Kies. Gerade bei den Baggerseen ist der ökologisch wichtige amphibische Uferbereich oft sehr schmal, manchmal gar nicht vorhanden. Besonders in diesem wechselfeuchten Verbindungslebensraum pulsiert jedoch das Leben, auch für Jungfische.

Unterstützt durch den Landesfischereiverband Westfalen und Lippe bietet das Projekt "Amphibienschutz am Angelgewässer" Anglervereinen in Westfalen-Lippe Fortbildungsseminare an und berät bei Planung und Umsetzung von Amphibienschutzmaßnahmen. Denn bereits kleine Maßnahmen am Angelgewässer können große Wirkung erzielen. Mal wird ein neues Laichgewässer benötigt, ein anderes Mal wird von Anglern ein krautreicher Flachwasserbereich am Angelteich geschaffen. Amphibienschutz bedeutet Lebensraumschutz, von dem auch viele andere Organismen profitieren.


Das Projekt wurde ermöglicht durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW und den Projektpartner Stiftung Artenschutz.